Beratung für Heilberufe – Podcast 37: Wie bestimmt man den Praxis-Wert?

Im täglichen Leben gibt es selten Anlass, sich über den Wert der eigenen Praxis Gedanken zu machen. Dennoch ist es für jeden sinnvoll, eine Vorstellung davon zu haben, wie sich der Wert einer Praxis ermittelt. Bedenken Sie nur: Jeden Tag bauen Sie in Ihrer Praxis einen Wert auf. Mehr und mehr Patienten lernen Sie kennen und schätzen, empfehlen Sie weiter, sprechen mit Familie, Freunden und Bekannten über Sie.

Das – und vielleicht gerade das – hat einen Wert, ist ein Wert.

Wie aber lässt sich dieser bemessen?

Oftmals erinnern sich Ärzte und Therapeuten an die vielen – auch wirtschaftlichen – Mühen, die nötig waren, um die Praxis in Gang zu bringen: Den teuren Schrank, das ein oder andere Designmöbel und immer auch die EDV-Ausrüstung, vieles davon ist alles andere als billig. Aber den Zahn müssen wir Ihnen ziehen: Das repräsentiert heute kaum noch einen Praxiswert und ist oft auch Geschmackssache.

Wie also kommt man auf den Praxiswert? Wie kann man den materiellen und immateriellen Praxiswert ermitteln? Denn einfache Faustformeln wie: „Umsatz durch zwei“ sind nun wirklich öfter falsch als richtig und erfassen fast nie die Besonderheiten einer Praxis.

Näher kommt man der Sache, wenn man die Umsätze der letzten drei Jahre berücksichtigt. Das letzte Jahr wird dabei höher gewichtet als das älteste Ergebnis. Aber auch das ist nur eine Näherung.

Denn wichtiger als der Umsatz ist doch das Ergebnis, der Ertrag. Und selbst der Ertrag ist nicht das Maß der Dinge. Warum? Wenn eine Praxis einen Ertrag von z.B. EUR 75.000 erwirtschaftet, dann ist das eine Menge Geld. Wenn der Arzt dann aber auch noch „lebt“, sich kranken- und rentenversichert, Steuern zahlt und etwas für das Alter zurücklegt, bleibt schnell nur ein ganz anderer Betrag übrig. Dann beträgt eine „Rendite“ vielleicht nur EUR 20.000. Noch immer viel Geld, nicht aber, wenn man mit EUR 75.000 gerechnet hat, oder?

Man merke: Die eigene Arbeitsleistung (bzw. deren Bezahlung durch die Praxis, den „kalkulatorischen Unternehmerlohn“) bescheiden außen vor zu lassen, führt garantiert zu einer falschen Sicht der Sachlage.

Natürlich haben wir ein praktisches Fallbeispiel in der Sendung für Sie parat.

Von großer Bedeutung ist auch immer die zu erwartende Zukunft: Wird der „Übernehmer“ bzw. Käufer durch seine Kompetenz, Ideen, Auftreten und Art den Erfolg der Praxis massiv steigern oder wird er immer im Schatten seines stadtbekannten Vorgängers stehen? Auch diese Gedanken sind nicht zu vernachlässigen.

Wie immer erfahren Sie noch mehr Details und Aspekte in der ganzen Folge, zu der wir Sie – wie alle 14 Tage – herzlich einladen.

Gute Gedanken,

Ihr Michael Brüne!