Alle Jahre wieder! Ziele richtig formulieren und konsequent umsetzen!

Der Jahreswechsel ist ideal: Was wir im letzten Jahr nicht geschafft haben, wird jetzt angepackt. Ganz bestimmt! Aber wie nun wirklich?

Bessere zeitsparende Abläufe, neue Mitarbeiter/innen, bessere Motivation der bereits vorhandenen Mitarbeiterinnen, erhöhte Patientenfreundlichkeit, wirksame Patientengewinnung, oder was haben Sie sich vorgenommen?

Merken Sie es schon? Wir haben Mitte Januar und dem guten Vorsatz geht schnell die Luft aus. Eine effektive Planung Ihrer Ziele ist wirklich hilfreich.

Was sind aber die „richtigen Ziele“, die Sie auch über Durststrecken tragen? Diese Ziele haben „Energie“, wenn Sie richtig hineinspüren, dass heißt, Sie „brennen“ für das Ergebnis des Ziels. Das Ziel ist also attraktiv. Es bedeutet aber auch, dass Sie Ihrem Ziel einen wirkungsvollen Namen oder Inhalt geben: Endlich „das QM konsequent umsetzen“, hört sich eher nach einem Pflichtziel an. Aber eins nach dem anderen:

Eine wirksame – also effektive – Zielplanung erfordert – neben guten Vorsätzen – eine konkrete Vorgehensweise, die wie folgt beschrieben werden kann:

1. Ziele finden (Was will ich?)
Wie lauten die Wunschziele? (Wenn Sie einen Wunsch frei hätten…)

2. Situationsanalyse (Was kann ich?)
Welche Stärken, Schwächen und Rahmenbedingungen sind bei Ihnen oder im Team vorhanden?

3. Ziele formulieren (Was nehme ich mir konkret vor?)
Welche Handlungsziele bestehen? Was tun Sie zuerst und dann…

Ziele sind vor allem dann wirksam, wenn diese in Ihrem Gehirn Motivation erzeugen und damit den folgenden 5 Kriterien entsprechen. Etwas vereinfacht heißt eine wirksame Technik „SMART“. Das englische Wort bedeutet übersetzt „schlau, intelligent“ und ist durch die Buchstabenfolge eine Erinnerungshilfe:

S – spezifisch – bildliche Vorstellung des bereits erreichten Ziels
M- messbare Ergebnisse
A- Attraktivität – positiv formuliert, motivierend
R- Realistisch – das Ziel muss erreichbar sein
T- klare Terminsetzung – bis wann…

Spezifische bildliche Vorstellung: hier machen Sie sich ein konkretes Bild vom Ziel. Sie benennen konkret, worum es bei dem Ziel geht. Einfache klare Worte und eine positive Sprache helfen.

Messbar bedeutet, dass das Ziel so formuliert ist, dass später klar erkennbar ist, ob es erreicht wurde oder nicht. Das Kriterium der Messbarkeit ist unverzichtbar: „Wir wollen 100 neue Patienten gewinnen“ ist messbar. „Wir wollen unsere Freundlichkeit verbessern“ dagegen nicht.

Attraktiv ist ein Ziel durch Zielbilder, die die Motivationskraft stärken. Beschreiben Sie den beabsichtigten Endzustand, so als ob er bereits eingetreten wäre: „Wir haben 100 neue Patienten gewonnen“.

Realistisch wird ein Ziel, wenn Sie es beeinflussen können. Das Ziel muss eine gute Chance haben, wirklich erreicht zu werden.  Aber: Ziele müssen anspruchsvoll sein.

Terminiert: die Zielkontrolle wird unterstützt, in dem Sie bereits bei der Formulierung festlegen, zu welchem Zeitpunkt das Ziel erreicht sein wird.

Beispiele für eine wirksame Formulierung Ihrer Ziele:

„Ab Juni 2015 hat unsere Apotheke den Korbumsatz im Non-RX-Bereich von durchschnittlich € 8,50 auf € 10,00 gesteigert. Die Erreichung dieses Ziel kann ich aus der Auswertung meiner Warenwirtschaft erkennen, die ich mir monatlich anschaue. Das Wissen und die Motivation meiner Mitarbeiterinnen machen das Erreichen dieses Ziels möglich.“

„Ab dem 30. Juni 2015 behandelt unsere ZMP täglich 8 Patienten! Die Erreichung dieses Ziels überprüfe ich aus den Eintragungen in unserem Bestellbuch. Das Ziel ist realistisch, da wir bereits im letzten Jahr bei der Prophylaxe Ziele ausgegeben haben, die wir gut erreichen konnten.“

„Ab dem 30.03.2015 nutzen unsere Patienten folgendes IGeL-Angebot unserer Praxis …… durchschnittlich pro Tag mindestens 6 Mal! Hierüber führen meine Mitarbeiterinnen Buch, das ich mir regelmäßig zum Monatsende anschaue und kontrolliere. Kollegen von mir haben ein ähnliches Ziel auf diese Weise gut und entspannt erreichen können. Meine Mitarbeiterinnen sind für diese Aufgabe gut qualifiziert und motiviert.“

Unternehmensziel vs. Unternehmerziel:

Wichtig erscheint mir Folgendes: Denken Sie bitte bei Praxis- oder Apothekenzielen, die Sie nicht allein erreichen können, insbesondere an Ihre Mitarbeiter/innen. Unterscheiden Sie Unternehmerziele von Unternehmenszielen.

Unter einem Unternehmerziel verstehen wir Ziele die z.B. die Ertragskraft Ihrer Praxis/Apotheke verbessern. Diese Ziele wie z.B. „Umsatzsteigerung von 10%“ sind für Mitarbeiterinnen nur ansprechend, wenn sie direkt von diesen Zielen profitieren. Also Gewinnbeteiligungen sind in diesem Falle zu vereinbaren.

Ein Unternehmensziel dagegen hat einen größeren Zusammenhang. Mit diesem Ziel erklären Sie Ihren Mitarbeitern/innen warum es wichtig ist dieses Ziel zu erreichen. Z.B.

  1. weil Sie den direkten Wettbewerber fachlich „überholen“ wollen (Autonomie), oder um
  2. die Arbeitsplätze zu sichern (Sicherheit) oder um
  3. die Ertragskraft Ihrer Praxis/Apotheke zu steigern, damit der nächste wichtige Mitarbeiter eingestellt werden kann, durch den Ihre Praxis/Apotheke den nächsten inhaltlichen Schritt machen kann (Stimulanz).

Auf diese Wiese beschreiben Sie was wann konkret zu tun ist, um den gewünschten Zielzustand zu erreichen. Hiermit machen Sie den Prozess fassbar und nehmen die Gefühlslage Ihrer Mitarbeiterinnen auf. Diese Vorgehensweise wirkt häufig stärker als jeder finanzieller Anreiz. Allerdings braucht es ein wenig Zeit sich Gedanken darüber zu machen, wie Sie Ihre Ziele formulieren. Lesen Sie hierzu bitte unseren Artikel „Gute Kommunikation – gute Führung?“.

Meilensteine:

Wichtig: Denken, planen und vereinbaren Sie zeitliche und inhaltliche „Meilensteine“, anhand derer Sie die Schritte auf dem Weg zu Ihrem Gesamtziel „zwischendrin“ überprüfen können.

Für das Jahr 2015 wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit Ihren Zielen!