Gute Kreditzinsen für Apotheker, Ärzte, Zahnärzte

Hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach. Kreditrisiken entstehen immer wenn Geld verliehen wird. Das Risiko steigt, wenn z.B. nur eine Person für die Rückzahlung verantwortlich ist, da das Risiko von Krankheit, oder wirtschaftlicher Schwäche schnell eintreten kann. Auch wenn die Voraussetzungen bei Kreditvergabe sehr günstig erscheinen..

Zwei Beispiele zur Verdeutlichung:

Beispiel 1. Ein Arzt oder Apotheker verfügt über einen geringen Überschuss und schwache Vermögensverhältnisse. Das heißt: er verdient wenig und hat im Verhältnis zu viele Schulden. Er stellt somit ein hohes Risiko für seine Bank dar.

Beispiel 2. Hier weist der gleiche Kreditnehmer hohe Überschüsse bei exzellenten Vermögensverhältnissen nach. Das heißt er verdient ausreichend Geld und hat verhältnismäßig wenig Schulden. Er stellt daher zunächst ein niedriges Risiko für seine kreditgebende Bank dar.

Diese Beispiele bilden die Basis für die Risikoeinschätzung bei der Kreditvergabe. Dass bedeutet: im Fall 2 erhält der Kunde ein gutes Rating (oder auch gute Schulnote) , da die Bank relativ sicher von einer vereinbarungsgemäßen Rückzahlung der Kredite ausgehen kann.

Wie und warum kann sich ein „sicherer“ Kunde im Rating verschlechtern?

Nun verändern sich zum Beispiel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Gesundheitsreformen begrenzen die Einnahmen von Ärzten und Apothekern.

Persönliche Schicksalsschläge, wie z.B. Krankheit, Unfälle oder Trennung vom Partner können erhebliche negative wirtschaftliche Auswirkungen mit sich bringen. So kann schnell ein „guter Kunde“ im wahren Leben und in den Ratingsystemen der Banken zu einem sogenannten „Ausfall“ werden. Dramatisch ist dies für alle Beteiligten: zuerst natürlich für den Kreditnehmer, aber auch für alle anderen Gläubiger.

Was heißt: Rating?

Das Wort Rating kommt aus dem Englischen und bedeutet „einschätzen, bewerten“.

Rating ist eine Methode für eine weitgehend objektive Risikobewertung. Ein Kreditrating schätzt also die Wahrscheinlichkeit ein, mit der ein Kreditnehmer in diesem Fall – der Arzt oder Apotheker – seine Kredite störungsfrei zurückzahlen kann und wie hoch ein möglicher Kreditausfall sein würde.

Um einen objektiven Blick auf die Risikosituation eines Kredites zu erhalten, mussten alle Banken technische Ratingsysteme einführen, die sie bei der Risikoeinschätzung unterstützen, aber nicht alles allein beurteilen können. Daher greifen die Banken noch auf weitere Informationen zurück:

Woraus setzt sich ein Rating zusammen?

Aus externen Informationen, wie z.B. Branchenanalysen über das Gesundheitswesen zusammen, sowie aus internen Daten, die sich wieder in:

harte Faktoren, wie z.B. Auswertung der letzten 3 Einnahmen-/Ausgabenrechnungen/Bilanzen, sowie Analyse der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers etc. und

weiche Faktoren, wie z.B. Informationen zur Kontoführung, kaufmännische Qualität und Qualifikation des Praxis/Apothekeninhabers, familiäre Verhältnisse etc. unterscheidet

Die Daten werden gewichtet und das Ergebnis wird durch eine „Benotung“ abgebildet. Diese „Schulnote“ entscheidet u.a. über die Konditionsgestaltung und die Geschwindigkeit in der Kreditvergabe

Wie schützen Sie sich vor Zahlungsschwierigkeiten?

Eigenkapital oder solide Sicherheiten werden in die Finanzierung eingebunden, dass heißt Sie nehmen durch eigenes Geld einen Teil der Verantwortung auf sich.

Todesfall und mögliche Berufsunfähigkeit. Zwar kosten diese Absicherungen Geld. Sollte aber ein Schicksalsschlag kommen, können durch diese Absicherungen Ihre finanziellen Belange und die Ihrer Familie gedeckt und abgesichert werden.

Überprüfung der finanziellen Situation – laufend und zeitnah -. Die Frage hierbei ist: Verdienen Sie noch genug Geld , um Ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen?

Marktumfeld der Praxis oder Apotheke wird regelmäßig gecheckt. Gibt es absehbare Änderungen, die Ihnen mehr oder vielleicht sogar weniger Geld bescheren?

Offene Gespräche zwischen Bank und Ihnen helfen herausfinden, ob Sie beide noch gute Partner sind. Die Bank kann auf diese Weise z.B. feststellen, ob Sie Ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen „im Griff“ haben. Sie können feststellen, ob Ihre Bank Ihre Branche noch in ihrem Fokus hat.

Risikofaktoren: Halten Sie Absprachen ein? Neigen Sie zu Kontoüberziehungen? Verschlechtern sich Ihre wirtschaftlichen Bedingungen und können Sie darauf reagieren und schlüssige Handlungspläne vorlegen?

Diese Informationen fließen in die Ratingsysteme Ihrer Bank und sie errechnet, ob und wenn ja, welche Risiken lauern.

Warum gibt es unterschiedliche Zinsen?

Für gut verdienende Ärzte und Apotheker mit soliden Vermögensverhältnissen müssen Banken wenig eigene „Sicherheiten“ hinterlegen. Denn nicht nur Sie müssen Sicherheiten stellen, auch Ihre Bank muss dies in Form von teurem Eigenkapital tun.

Anders sieht es aus, wenn Sie wenig verdienen und relativ hohe Schulden haben sollten. Hier muss Ihre Bank mehr „Sicherheiten“ -also Eigenkapital- hinterlegen. Bis zu 100%., dass heißt, wenn ein Kreditnehmer seine Raten nicht mehr zahlen kann, muss die Bank seine Kredite vollständig mit teurem Eigenkapital unterlegen.

Konkret: € 1 Millionen Kredite müssen bei schlechter Bonität des Kunden mit € 1 Millionen Eigenkapital von Ihrer Bank unterlegt werden.

Das findet Ihre Bank nicht „lustig“, da Eigenkapital das teuerste Kapital einer Bank ist. Bei hohem Kapitalbedarf, wie zur Zeit, muss sie den Kapitalgebern üppige Aufschläge auf die Zinszahlungen bieten, da die Geldgeber ein höheres Risiko, als z.B. bei Bundesanleihen eingehen.

Wenn Ihre Bank allerdings eine „gute Finanzierung“ begleitet, fällt es ihr im Gegenzug relativ leicht die Vorteile einer geringen Eigenkapitalbindung über gute Zinskonditionen an Sie weiterzugeben. Also – gute Konditionen locken -!

„>Merke: Je besser Ihre Zahlungsfähigkeit eingeschätzt werden kann, desto positiver wird also Ihr Rating. Ein gutes oder sehr gutes Rating verbessert Ihre Chance auf gute Zinsen erheblich.

>Mit ein wenig Arbeit lässt sich häufig die Ausgangsbasis für gute Bankbeurteilungen verbessern. Achten Sie auf Ihre Einnahmen und Kosten, Ihre Finanzierungsstrukturen, Ihre Verschuldung und besonders auf die Qualität der Gespräche mit Ihrer Bank!