Gute Kommunikation in Praxis und Apotheke

Haben Sie es auch so gelernt oder bei Ihren Chefs so beobachtet? „Eine zielführende Kommunikation sollte so wenig Missverständnisse wie möglich aufkommen lassen. Der Sender, also Sie, sind immer verantwortlich für die Inhalte der Kommunikation?“

Gute Kommunikation vom Chef/in und damit häufig einhergehende Delegation bedeuten heutzutage aber viel mehr, als nur Struktur und Ansage.

Warum? Sofern sich ein Führungsstil auf die reine Informationsvermittlung konzentriert, können Mitarbeiter/innen schnell das Gefühl erhalten, dass sie nur zum Arbeiten da sind. Sie fühlen sich schnell auf die Funktion reduziert. Die Bindung an Ihre Praxis oder Apotheke lässt nach, ein hoher Krankheitsstand oder eine starke Fluktuation gehören dann schnell zu den Auswirkungen.

Vorab möchte ich ein häufiges Missverständnis aufnehmen: Moderne Kommunikations-Trainer vertreten, anders als oben skizziert, die Annahme, dass für die verstandenen Inhalte der Kommunikation immer der Empfänger verantwortlich ist. Das bedeutet für Sie als Sender/in besonders gut darauf zu achten, wo sich Ihr Mitarbeiter gerade in Gedanken befindet und sicherzustellen, dass Informationen wunschgerecht ankommen. Keine einfache Übung, wie ich immer wieder aus unserer Beratungspraxis berichten kann.

Die Beachtung folgender 4 Bausteine macht erfolgreiche Führung / Kommunikation einfacher

Beziehung: Viele Mitarbeiter/innen haben das Bedürfnis zu erfahren, was das Team und der / die Chef/in von ihnen denken. Je nach persönlicher Präferenz des Mitarbeiters kann es wichtig sein, sich verlassen zu können, Anerkennung zu erhalten, oder die richtigen Aufgaben zu erhalten.

Kommunikation: Mitarbeiter/innen möchten offen sagen können, was sie in Praxis und Apotheke gut finden und was nicht. Auch die persönliche Ebene sollte im vertraulichen Gespräch nicht fehlen.

Information: Zur optimalen Aufgabenbewältigung benötigen Mitarbeiter/innen alle wesentlichen Informationen, um ihren Job gut zu machen. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es den Rahmen hierfür zu stellen, damit der Zugang zu Informationen / Entscheidungen unkompliziert möglich ist.

Gegenseitige Erwartungshaltung: Ermöglichen Sie durch eine offene aber auch klare Kommunikation, dass so wenig Fragen wie möglich offen bleiben. Einmal in dem was Sie von Ihren Mitarbeitern/innen erwarten, aber auch in dem, was Ihre Mitarbeiter/innen benötigen. Dies hilft Missverständnisse zu reduzieren.

Gutes Miteinander = wirksames Arbeiten, aber: Wo Chancen sind, lauern auch manchmal Risiken

Gerüchteküche: Wenn Sie bemerken, dass das Kommunikationsverhalten Ihrer Mitarbeiter/innen „heimlich“ wird, braucht es den/die präsente/n Chef/in. Aus dieser Stimmungslage können Konflikte entstehen. Das bedeutet, das weniger der Inhalt, sondern mehr die „gestörte“ Beziehung in den Vordergrund tritt. Manchmal ist dies ein Zeichen für eine Überlastung, empfundene Ungerechtigkeit, zu verbessernde Abläufe, oder was auch immer. Wenn die Beziehung untereinander grundsätzlich stimmt, lässt sich jeder Missstand schnell beheben. Dann bekommen Sie die Situation durch konsequentes kommunizieren schnell wieder in den Griff. Wenn die Beziehung aber nicht stimmt , oder Sie warten zu lange, besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter/innen ins Grübeln kommen: „Warum, wieso weshalb, siehst Du das nicht auch so, die ist schuld usw.“ Die Gerüchteküche der Kommunikation brodelt…

Mitarbeiterbesprechungen: Versammlungen müssen professionell geleitet werden. Sie haben aber auch Rituale, die eingehalten werden sollten. Auch wenn Ihnen die ersten 5 Minuten unproduktiv erscheinen, da offensichtliche Nebensächlichkeiten besprochen werden, braucht es diese Zeit um sich einander zu versichern, „wir wollen uns gegenseitig nichts böses“. Jeder Prozess nimmt sich auch die Zeit, die er braucht; immer! Entweder findet dies zu Anfang oder im Laufe der Aufgabe statt.
Tipp: Investieren Sie in die „unproduktive“ Zeit direkt zu Anfang, dann können Sie auf ein effizienteres Zeitmanagement während der Aufgabe vertrauen.

Nicht immer, aber immer öfter….