Führung: Wissen Sie, was Sie ausmacht?

Gute Führung heißt u.a. Selbstreflexion, Ihre Mitarbeiter/innen nicht zu unterschätzen und gut hinzuschauen, was es als nächsten Schritt zu besseren Leistungen benötigt. Ich bin von folgender These überzeugt: Jede Führungs-Kraft hat die Mitarbeiter/innen (und die Dynamik mit ihnen), die er oder sie verdient.

Es gibt eine Ausnahme: Sie haben erst vor Kurzem eine Praxis/Apotheke übernommen und die Mitarbeiter/innen für das erste Jahr der Übernahme „geerbt“.

Meine Mitarbeiter/innen sind so und bleiben so?

Sicherlich gibt es schwierige Verhältnisse zwischen Chef/Chefin und Mitarbeiter/innen. Aber Sie sind nicht den Umständen ausgeliefert, sondern können in vielen Fällen selber agieren. Im 1. Teil unserer kleinen Reihe zum Thema „Hintergründe der Führung“ möchte ich dafür werben, dass es sehr sinnvoll sein kann, sich mit den Motiven und Hintergründen Ihrer Mitarbeiter/innen zu beschäftigen.

Entwicklungszyklus

Gehen wir zunächst an die Anfänge unserer Entwicklung zurück: zu diesem Zweck schauen wir uns zunächst einen  schematischen Zyklus an:

  • Familie: Diese frühe Phase unserer Prägung  ist besonders wichtig.  In der Familie lernen wir  über unsere Vorbilder die grundlegenden Werte kennen, die unser Leben lang  – häufig unbewusst – wirken.
  • Schule / Ausbildung: Diese Zeit vermittelt uns Wissen und Handlungsmaxime, mit deren Hilfe wir einschätzen können, was erlaubt/möglich und was nicht erlaubt/möglich ist.
  • Arbeitswelt: Hier erlernen wir Strategien, mit denen wir im beruflichen Umfeld unsere Ängste beherrschen und unsere Ziele kontrollieren können.

Sind wir wirklich alle gleich?

Obwohl, auf den ersten Blick,  in unserem Kulturkreis die Chancen und Ausbildungswege, zumindest in den ersten 10 Schuljahren, vergleichbar scheinen, durchläuft jeder Mensch einen abweichenden Kreislauf.

Wo liegt der Unterschied? Zunächst wachsen wir in unterschiedlichen familiären  Systemen mit individuellen Vorbildern auf,  gehen auf unterschiedliche Schulen und lernen von unterschiedlichen Lehrern. Wir  haben unterschiedliche  Fähigkeiten und Abschlüsse, verfügen über unterschiedliche berufliche Erfahrungen.  Haben dann wirklich alle die gleichen Möglichkeiten?

Wenn diese Annahmen so stimmen, können wir  dann im Rahmen eines Konflikts davon ausgehen, dass uns unsere Mitarbeiter/innen sofort gedanklich folgen können? Oder ist dies vielmehr eine Leistung der gemeinsamen Arbeit und Erfahrung?

Damit wir besser einschätzen können,  auf welche Präferenzen Ihre Mitarbeiter/innen – aber auch Sie selber – zurückgreifen, folgendes kleines Beispiel:

Wir lernen ganz früh, was wir können

In unserer Entwicklung lernen wir ganz früh, was wir  leisten können. Leistungen als Baby oder Kleinkind  werden  von der Familie häufig mit großer Freude und viel Lob bedacht, so dass schnell klar ist, was gut ist.

Sofern es uns als Kleinkind nicht gelingt, eine bestimmte Aufgabe alleine zu erfüllen, erlernen wir im nächsten Schritt, dass wir mit jemanden gemeinsam eine Lösung für unser Problem finden können. Diese Erfahrungen machen wir in der Regel im Kindergarten oder im sprichwörtlichen „Sandkasten“, aus dem viele Freundschaften  entstehen und  bis in die  Erwachsenenzeit halten.

Sollte es einmal nicht gelingen, eine Lösung für ein Problem zu finden, war es hilfreich, wenn wir Märchen gehört und gelesen, ja aufgesaugt haben. Wir haben über diese Geschichten gelernt darauf vertrauen zu können, dass – trotz aller  Fehlversuche – irgendwann alles gut wird. Wenn Sie sich vielleicht anhand der groben Skizze erinnern? Prinz und Prinzessin haben sich verliebt, dann kommt der böse Drache und entführt die Prinzessin, der Prinz ist verzweifelt  und sucht jahrelang nach seiner Prinzessin, bis er sie eines Tages findet, den Drachen tötet und wenn sie nicht gestorben sind …. Wenn Sie neue Mitarbeiter/innen auswählen, achten Sie darauf ob diese Kompetenzen vorhanden sind.

Ein „Link“ zu unseren nächsten Artikel in der kommenden Woche: Unser Gehirn ist für die Lösung von Problemen gemacht. Also schonen Sie Ihre Mitarbeiterinnen nicht, wenn Sie wollen, dass diese sich wohlfühlen und  Sie mit wirksamer Führung wahrgenommen werden…. Was wir genau damit meinen? Hierzu nächste Woche mehr….